Grundwasservulnerabilität in der indischen Megastadt Chennai

Projektfinanzierung: ndo-German Center for Sustainability (IGCS)

Forschungsprogramm:

Projektlaufzeit: 2012 bis 2012

Grundwasser spielt eine wichtige Rolle in der kommunalen Wasserversorgung und für die Nutzung im privaten häuslichen und industriellen Bereich in städtischen Gebieten von Entwicklungs- und Schwellenländern. Rund 1 Milliarde Einwohner aus Asien und 150 Millionen aus Lateinamerika, sind auf diese Ressource angewiesen. Schätzungen zufolge nutzen 50 % der indischen Gesamtstadtbevölkerung Grundwasser für den Hausgebrauch.

Die Wasserversorgungssysteme der schnell wachsenden städtischen Gebiete in Schwellen-und Entwicklungsländern sind häufig durch die steigende Nachfrage überfordert. Dies führte zu einem dramatischen Anstieg der privaten Grundwasserentnahme. Im Untersuchungsgebiet Chennai ist die Bevölkerung in den letzten 50 Jahren von 1,75 Millionen auf 4,7 Millionen angestiegen. Die Zahl der Brunnen wurde 2005 auf 420.000 geschätzt und ein Ende der Zunahme ist nicht in Sicht. Das zeigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung auf das Grundwasser als sichere Wasserressource angewiesen ist.

Im Allgemeinen wird das Grundwasser dem Oberflächenwasser als Trinkwasser vorgezogen, da es durch Gesteinsschichten mit geringer Durchlässigkeit vor Verunreinigung besser geschützt wird als Oberflächenwasser. Diese verhindern oder reduzieren Verunreinigungen durch physikalische, chemische oder biologische Prozesse. Doch in alluvialen Gebieten wie Chennai mit einem flachen Grundwasserleiter unter dem Einfluss eines Flusssystems ist die Vulnerabilität gegenüber der Belastung durch Schadstoffe größer, da diese leichter in den Grundwasserleiter gelangen können.

Megaurbane Gebiete mit ihren vielfältigen anthropogenen Einflüsse und Landnutzungsformen sind potenzielle Schadstoffquellen. Viele der damit verbundenen Prozesse und Strukturen, wie Abwasserentsorgung, städtischer Oberflächenabfluss , Deponien, Tanks usw. stellen Gefahren für die Verunreinigung des Grundwassers dar, da die Schadstoffe durch Infiltration in den Grundwasserleiter gelangen können. Eine Studie ergab dass 60% des Grundwassers in Chennai nicht zum Trinken geeignet ist. Für eine Planung des Grundwasserschutzes sind Methoden der Bewertung der Grundwasservulnerabilität und der Risikobewertungsmethoden etablierte Planungswerkzeuge die wichtige Informationen für die Planung zur Verfügung stellen können. Bisher wurden in Indien viele chemische Grundwasserstudien durchgeführt, während Grundwasservulnerabilitätsuntersuchungen eher selten sind. Daher waren die Hauptziele dieser Studie eine Vulnerabilitäts- und eine Risikokarte für das Untersuchungsgebiet zu entwickeln.

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